Landesverband Thüringen der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen e.V.

Bericht von der Mitgliederversammlung und den Fachvorträgen

Am Samstag, dem 25. April 2026, fand die diesjährige Mitgliederversammlung mit Fachvorträgen in den Räumlichkeiten des Begegnungszentrums MITTENDRIN in Pößneck statt. Der Einladung folgten 31 Mitglieder und 5 Gäste.

Der Mitgliederversammlung ging wie in den vergangenen Jahren ein Vortragsangebot voraus.

Zu Beginn stellt Dr. Ina Uhde, die leitende Fachärztin der Asklepios Tagesklinik in Pößneck, die Rahmenbedingungen, Zugangsvoraussetzungen und therapeutischen Angebote der Tagesklinik vor. Die Zielgruppe ist sehr vielfältig: alle Altersgruppen ab 18 Jahren mit verschiedenen Diagnosen und sozialem Hintergrund, aber vor allem mit Persönlichkeitsstörungen. Ein Schwerpunkt ist die Behandlung von Patienten mit Borderline-Diagnose. Die durchschnittliche Nutzungsdauer liegt bei 7 Wochen, kann aber auch bei Bedarf mehrere Jahre umfassen. Ergänzend zur Psychotherapie gibt es ein umfangreiches Begleitangebot wie offene Werkstatt, Hirnleistungstraining, Spielrunde, Entspannungstechniken, Bewegung und Sport.

Zur Psychotherapie werden DBT (dialektische Verhaltenstherapie bei Borderline), Verhaltenstherapie (bei Depression und Angst) und Systemische Therapie eingesetzt. Bei Depression kommt seit 5 Jahren die transkranielle Magnetstimulation und seit kurzem Botox-Injektionen in die Stirn zum Einsatz.

Im Hinblick auf die Einbeziehung von Angehörigen stellte Frau Dr. Uhde klar, dass ihr das Anliegen verständlich und wichtig ist. Daher hatte die Tagesklinik die Angehörigen auch zum Informationsaustausch eingeladen. Der Einladung war jedoch niemand gefolgt. Aus ihrer Sicht kann die Einbeziehung der Angehörigen nur gemeinsam mit dem Patienten erfolgen. Gespräche sollten trialogisch stattfinden, um das Vertrauen der Patienten nicht zu gefährden.

Nach der Mittagspause folgte der Vortrag von Sarah Otto, die als pädagogische Leiterin mit traumapädagogischer Zusatzqualifikation beim Neustädter Verein für soziale Lebenshilfe tätig ist. Sie stellte das Unterstützungsangebot „persönliche Assistenz“ vor und wie dieses zur Entlastung von Angehörigen beitragen kann.  Die „persönliche Assistenz“ kann als „Teilhabe-Leistung“ beim Sozialamt z. B. auf Grundlage der Diagnose von psychischen Gesundheitsproblemen beantragt werden.

Die Mitgliederversammlung schloss sich nach kurzer Pause an. Nach der Abstimmung der Tagesordnung verlas die stellvertretende Vorsitzende Annette Romankiewicz den Finanzbericht für das Haushaltsjahr 2025 anhand der Einnahme-Überschuss-Rechnung, die jedem angemeldetem Mitglied mit der Einladung per Post zugesandt worden war. Anschließend trug Christine Fischer den Kassenprüfbericht vor. Dr. Heike Stecklum erläuterte mittels PowerPoint Präsentation den Geschäftsbericht 2025. Anschließend wurde darüber abgestimmt, ob die Vorstandsmitglieder eine Aufwandsentschädigung erhalten sollten. Das Votum fiel einstimmig dafür aus, ebenso wie die folgende Abstimmung zur Entlastung des Vorstandes.

Danach stand die Wahl der unbesetzten Vorstandsposten als Schatzmeister*in und Beisitzer*innen an. Für das Schatzmeisteramt kandidierte leider niemand. Sehr erfreut wurde die Kandidatur von Petra Hoppe als Beisitzerin aufgenommen. Sie wurde einstimmig in den Vorstand gewählt. Frau Hoppe bietet seit vergangenem Jahr 2mal im Monat eine Beratung für Angehörige in unserer Geschäftsstelle in Erfurt an. Mit kritischem Geist möchte sie sich nun noch stärker in die Verbandsarbeit einbringen.

Der letzte Tagesordnungspunkt galt den neuen Mitgliedern dieses Jahres. Von den 8 Neumitgliedern konnten 5 persönlich begrüßt und beglückwünscht werden.

Schließlich bedanke sich Dr. Heike Stecklum bei Ulrike Pütz und der SHG Pößneck für die hervorragende Vorbereitung und Rahmengestaltung der Veranstaltung.

Wir danken dem Selbsthilfefond der gesetzlichen Krankenkassenvereinigung (GKV) für die Förderung dieser Veranstaltung.

Telefonische Beratung unter:
0361 - 23 004 038