Kreativtag zur Förderung der Resilienz von Angehörigen in Weimar
Froh und beschwingt trudeln am 20. Juni kurz vor halb zehn Mitglieder der SHG aus Pößneck, Suhl, Lobenstein, Rudolstadt sowie aus Jena in der geräumigen und hellen Location des Mehrgenerationenhauses in Weimar-West ein. Nach und nach nehmen alle das Erdgeschoss in Besitz und vertiefen sich zunächst in Gespräche beim Willkommenskaffee. Außerdem werden die kulinarischen Beiträge auf dem Buffet-Tisch arrangiert. Es ist kurz vor 10 Uhr, als alle Angekommenen von Frau Gjudjenow begrüßt werden.
Wegen des regnerischen Wetters wird der LandArt-Workshop mit Kai-Uwe Krauss auf den Nachmittag verlegt. Alle lauschen nun aufmerksam der Einführung in das Nassfilzen durch Ulrike Rochlitzer – dann geht es auch schon los mit viel heißer Seifenlauge und einer Unterlage aus Folie. Einige probieren sich zunächst an einer farbenfrohen Blüte aus, deren Wollflies nun immer wieder mit heißer Seifenlauge begossen wird, wodurch sich die Fasern gut miteinander verbinden, zwischendurch wird das künftige
Lieblingsstück mit Fingern oder Händen erst sanft und dann kraftvoller durchgearbeitet. Von links und rechts gibt es viele Fragen, wie es weitergeht und mit viel Geduld wendet sich Frau Rochlitzer den Einzelnen zu und zeigt, hilft und gibt kreative Hinweise. Gegen 12 Uhr sind schon viele kleine Kunstwerke entstanden, z. B. verschiedenfarbige Blüten und Untersetzer, eingefilzte Seifen und Schlüsselanhänger mit Blüte.
Nach der stärkenden Pause geht es nach draußen zum Landschaftsgelände Paradies. Dort zeigt der Workshopleiter Herr Krauss Beispiele für Kompositionen aus bestehenden Landschaftselementen mit Blättern und Blüten – dann schwärmen kleine Grüppchen aus, um sich in die Landschaft einzufühlen. Nun werden Blätter, Blüten, Äste zu geraden und gewundenen Linien oder an schon vorhandene natürliche Formen, wie Moos, auf einem Stein ergänzt. Dabei entstehen schöne Ideen, die auf Projekt-Fotografien festgehalten wurden. Leider ist auch dieser Workshop viel zu schnell zu Ende, aber es hat viel Freude bereitet, in der Natur mit solchen einfachen Mitteln kreativ zu werden, ohne Landschaft zu zerstören.
Während in der Landschaft Muster entstehen, beschäftigen sich im Teil II unseres Filzkurses einige Teilnehmerinnen mit ihrem Filzprojekt. Hochzufrieden arbeiten sie an ihren kleinen Kunstwerken und lassen uns an ihrer Freude darüber teilhaben. Dies ermöglicht ihnen, ihre persönliche Resilienz für den Alltag mit den erkrankten Menschen zu stärken. Zum Abschluss gibt es eine Ausstellung aller Kreationen, die Landschaftsmotive schauen wir uns digital an.
Als Fazit hören wir von vielen Seiten, wie erholsam und stärkend dieser Kreativtag für alle Angehörigen gewesen ist und auch den Wunsch, er möge im kommenden Jahr wieder stattfinden. Alle Teilnehmer:innen bedanken sich herzlich für die einfühlsame und motivierende Betreuung durch Frau Rochlitzer und Herrn Krauss. Nach einer herzlichen Verabschiedung machen sich alle auf den Heimweg.
Bericht: Karin Gjudjenow, Vorstandsmitglied und Leiterin der SHG Jena
Wir danken besonders dem Arbeitskreis Selbsthilfeförderung der GKV (gesetzliche Krankenkassen) im Freistaat Thüringen für die Förderung dieser Veranstaltung.
