Workshopwoche für Kinder und Jugendliche in Gera
„Drück Dich aus!“ – erfolgreiche Wiederholung
„Man lernt neue Leute kennen. Man kann sich kreativ ausbreiten. Die Leute sind dort sehr nett und das Essen war auch sehr lecker. Die Angebote sind sehr schön und für jeden ist was dabei.“ (Aaron, 13)
Aaron* (Name geändert), einer der Teilnehmer der diesjährigen Workshopwoche, fasste wunderbar zusammen, wie gelungen diese war. Vom 13. bis 17. Oktober trafen sich in der Kunstschule Gera zwischen 16 und 20 Kinder im Alter von 8 bis 16 Jahren. Sie konnten ihre Erfahrungen aus dem Zusammenleben in psychisch belasteten Familien aber auch aus anderen Lebensbereichen, wie Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe und der Schule, künstlerisch verarbeiten und sich darüber austauschen.
Das Organisationsteam unter der Leitung von Dr. Heike Stecklum (LV ApkM Thüringen), Ines Freundel und Stefan Lesueur (Kunstschule Gera) konnte an die Erfahrungen des Vorjahres anknüpfen, das Konzept modifizieren und die Abläufe optimieren. Zudem gab es Unterstützung durch ein Vorstandsmitglied und eine Bundesfreiwilligendienstleistende der Kunstschule.
Es konnten sich in diesem Jahr mehr Kinder anmelden, die jeweils in mehrere Gruppen aufgeteilt wurden, um allen Bedürfnissen gerecht zu werden und viel kreativen Freiraum zu schaffen. Sechs der Kinder waren schon erfahrene „alte Hasen“ aus dem Vorjahr, die zum Teil wiederum andere Kinder für die Workshopwoche mit ihrer eigenen Begeisterung angesteckt hatten.
An den ersten zwei Tagen standen Siebdruck und Taschen-Nähen auf dem Programm. Unter der Leitung von Thomas Prochnow entwarfen die Kinder fantasievolle Motive und Vorlagen, die sie dann auf T-Shirts und Papier druckten. Bei Bianca Freundel wurden die Kinder in den Umgang mit der Nähmaschine eingeführt und nähten aus recycelten Kunststoffplanen bunte Taschen nach ihren Vorstellungen.
Parallel leiteten Jana Prochnow (Kunstschule) und Heike Stecklum Gesprächsrunden mit Kleingruppen, in denen den Kindern anhand von Poster, Kartenset und Pixi-Büchern das Thema Kinderrechte nahegebracht wurde. Die Kinder öffneten sich zunehmend und berichteten über erlebte Missachtung und Verletzung ihrer Kinderrechte, z.B. durch Gewalterfahrungen und Vernachlässigung. In ihren Diskussionen entwickelten sie Forderungen und Ideen, die kreativ in Collagen verarbeitet wurden, sodass ein vielfältiges eigenes Poster entstand.
Die Tage drei und vier waren dem Gestalten von Fotogrammen und Blaudruck mit Ines Freundel sowie von Graffiti mit Thomas Prochnow gewidmet.
Insgesamt entstand eine beeindruckende Anzahl und Vielfalt an Kunstwerken, die zum Teil durch ihren Alltagsbezug (Taschen, Beutel, T-Shirts) Eingang in die Lebenswelt der Kinder finden.
Die Woche gipfelte am Freitag mit einer Ausstellung, an der etwa 30 Gäste teilnahmen. Die Kinder und Jugendlichen präsentierten mit Begeisterung ihre Werke und erläuterten die jeweiligen Kreativtechniken. In angeregter Atmosphäre wurden alle Werke gewürdigt und der übereinstimmende Wunsch aller Beteiligten, Teilnehmenden und Gäste nach einer Fortsetzung im kommenden Jahr geäußert.
Unser Verband ist sehr glücklich über die gelungene Kooperation mit der Kunstschule Gera.
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Ein besonderer Dank gilt unseren Förderern: dem gemeinschaftlichen Förderfond "Kinderrechte" des Deutschen Kinderhilfswerk e. V. und des Landes Thüringen, dem Bildungszentrum für medizinische Heilhilfsberufe (BmH) Gera und der Stadt Gera. Wir freuen uns auf eine Fortsetzung dieses inspirierenden Projekts.
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